Sulawesi

Nord - Sulawesi 2006

29.10.2006 — Tag 1

Dies ist nun der 2. (und hoffentlich letzte) Versuch unsere Reise schriftlich festzuhalten. Unser eigentliches Tagebuch liegt in einem Bus in Singapur und fährt wahrscheinlich Kreise. Stephan war so nett, seines zu opfern.. Aber von Anfang an: In Reihe 11 (Insider wissen Bescheid) ging es im Flieger nach Frankfurt und mein Rucksack hatte 11,1, kg:-) In Frankfurt hatten wir gleich Anschluss und stiegen in den Vogel nach Singapur. Es waren kurzweilige 12 Stunden und um 6.35 Uhr landeten wir in Asien. Ran an den Stop-Over-Schalter und mit dem Bus ging es in unser Hotel.


FRA


30.10.2006 — Tag 2

Erstmal machten wir einen kleinen Stadterkundungsrundgang und dann einen 2stündigen Mittagsschlaf, haben uns der Autorität des Reiseleiters – zum ersten, aber bestimmt nicht zum letzten Mal - widersetzt! Dieser strotzt vor Energie, wir nicht:-)! Danach ging es zum zweiten Rundgang. Diesmal nach Chinatown. Wunderbares Essen überall, aber ansonsten ist uns die Stadt irgendwie zu glatt und clean. Abends sind wir noch ein bißchen Bus gefahren und in der „Imbissoase“ neben unserem Hotel sind die Jungs dann ziemlich übel versackt.


Singapur


31.10.2006 — Tag 3

Wir sind um 7.30 Uhr aufgestanden, nahmen ein kleines Frühstück auf unserem Hotelzimmer und liefen zum Bus. Der brachte uns nach Sentosa, um dort die „Underwaterworld“ zu besuchen. Das „Fort Silosa“ und die „Dolphinshow“ nahmen wir auch noch mit. Letztere war allerdings wie erwartet vollständig überflüssig. Nach der Sentosatour haben wir noch eine Bootsfahrt gemacht—das ist jedesmal schön..egal wo.


Singapur


Singapur


Der Transfer zum Flughafen morgen ist gebongt und nun gehen wir (schon wieder) essen. Die vorerst letzten Stunden in Singapur verbrachten wir in der Arab Street und jetzt sitzen wir mit Tiger Beer und freuen uns auf morgen!!

01.11.2006 — Tag 4

Um 6.00 Uhr raus aus den Betten, rein in den Bus und am Counter 11 einchecken. Reihe 11 a, b und c… Alles läuft wunderbar. Haben am Flughafen in Manado Robert aus Italien kennengelernt, der uns eine günstige Überfahrt auf die Siladen verschaffte. Nun sitzen wir mit Sand unter den Füßen, haben Essen und Bier bestellt und sind glücklich, dass wir hier sein dürfen. Die Insel haben wir nur kurz in der Abenddämmerung gesehen, aber es sah soweit vielversprechend aus.


Manado


Boot nach Siladen


02.11.2006 — Tag 5

Mit dem 1. Hahnenschrei (6 Uhr) aufgestanden und Stephan völlig paralysiert auf der Terrasse vorgefunden. Was war passiert?! Klassischer Fall von „Siladenschnorchelflash“! Christian schnappte sich sofort Brille und Flossen und hatte 40 Minuten später die gleichen Symptome. 2 Stunden später meldete sich Stephan für einen Tauchkurs an und ich war dankbar, dass wir einige Tage an diesem paradiesischem Ort verweilen werden.


Siladen Schnorchel Riff


03.11.2006 — Tag 6

Christian und ich haben nicht viel zu berichten, wir liegen faul am Strand und lassen die Seele baumeln und beobachten andere Gäste im Umgang mit einem Kajak, was uns Tränen lachen lässt. Doch sobald das Hausriff auch nur leise nach uns ruft, gehen wir sofort schnorcheln. Währenddessen muss Stephan für seinen Tauchschein büffeln.


Siladen


Tauchschule


04. & 05.11.2006 — Tag 7 & 8

Der Tag begann mit schrumpeligen Händen von ca. 1,5 Stunden Schnorcheln. Was für ein Hammerriff!! Als die italienischen Gäste kamen, ergriffen wir sofort die Flucht.. ein paar hundert Meter weiter waren wir völlig ungestört am breiten Sandstrand und fühlten uns wie die einzigen Menschen auf der Welt.


Siladen


Siladen


Als wir dann noch einen Bilderbuchsonnenuntergang auf die Augen bekamen, wollten wir am liebsten gar nicht wieder fahren..


Siladen Sunset


06.11.2006 — Tag 9

Für Stephan war heute Prüfungstag und während er lernte, machten wir noch einen letzten Inselrundgang.


Siladen


Siladen


Siladen


Der Abschied von Siladen fiel uns nicht leicht, aber schließlich wollten wir doch noch mehr als nur eine Insel sehen. Der „Tauchscheintest“ fand dann auf dem Boot nach Manado statt und wir sagen: „Congratulation, Steve the diver! “ Am Hafen war ein ziemliches Chaos was mich ein wenig beängstigte, aber ich folgte einfach Christian und fand mich auf einer riesigen Fähre mit dem Ziel Sangir wieder. Auf diesem Schiff waren wir die einzigen Touris und Aliens hätte man nicht weniger bestaunt. Die Jungs schliefen entspannt neben dem Schornstein, ich dagegen konnte bis 2.00 Uhr morgens kein Auge zumachen und sorgte bei den weiblichen Passagieren mit meinen roten Haaren und den Sommersprossen für große Belustigung. Nach 10 Stunden kamen wir dann um 5.30 Uhr in Tahuna auf Sangir an.


Tahuna - Sangir / Sangihe


07.11.2006 — Tag 10

Nach dieser Überfahrt haben wir uns erstmal für ein paar Stunden ein Zimmer gemietet, um Energie zu tanken. Dann sind wir mit Ulis, den wir bereits auf dem Schiff kennenlernten, zur „Touristen Information“. In diesem Office gab es 8! Mitarbeiter, eine uralte Wandzeitung mit völlig ausgeblichenen Bildern und der letzte Eintrag im Gästebuch war ca. 3 Wochen alt. Wir scheinen die einzigen Reisenden auf dieser Insel zu sein und werden entsprechend bestaunt, belacht, bewunken und beobachtet. Aber die Leute sind einfach nur entzückend. Auf dem Rückweg zum Hotel liefen wir an einer Schule entlang und wurden vom dortigen Deutschlehrer angesprochen, der sehr glücklich war uns sein Lehrmaterial zu zeigen und mit uns in deutsch zu plaudern. Danach im Microbus ab zum Pantai Pananuareng. Hier sind wir in einer Hütte bei einer Fischerfamilie untergekommen, die uns nach Strich und Faden verwöhnt. Wir haben zig Flaschen Getränke und wunderbar leckeres Essen— und die Krönung des Tages: THE MOON!!!


Pantai Pananuareng


Pantai Pananuareng


Pantai Pananuareng - Mond


08.11.2006 — Tag 11

Heute gibt’s für uns nur eine Frage: Strand oder Hängematte? Nachmittags dann die erste Aufwartung aus dem Dorf. Die Schwester unserer Gastgeberin wurde von ihrem Vater hierher begleitet, da sie mit 29 noch Single ist und er dies unmöglich fand. Leider stellte sich sein gewünschter Erfolg nicht ein und wir werden Stephan vermutlich doch weiterhin bei uns haben ;-)


Pantai Pananuareng


Pantai Pananuareng


Pantai Pananuareng


09.11.2006 — Tag 12

Wieder die alte Frage—Strand oder Hängematte? Mittags sind dann Stephan und Ulis mit dem Moped im strömenden Regen nach Tahuna, um unsere Flugtickets abzuholen. Am Nachmittag kam dann nochmal die Schwester und brachte Mangos und Kuchen. Da aus ihr und Stephan wohl nix wird, ist sie dann relativ schnell mit ihrem Papa wieder davongefahren.


Pantai Pananuareng


Pantai Pananuareng


10.11.2006 — Tag 13

Heute morgen also Abschied nehmen von „unserem“ Strand und auf Ulis warten—der nicht kam...irgendwann verloren wir die Geduld und marschierten los..und diese Steigungen hatten es echt in sich! Als wir fast oben waren kam er dann endlich! Dann gings im Affentempo zum „Flughafen“, an welchem heute die neue Flugverbindung (1xwöchentlich) feierlich eingeweiht wurde. Und schon ging der Film „Die Aliens“ wieder los. Wir wurden gefilmt, fotografiert und interviewt, bevor der Chef vom Touri-Office dann auch noch ein Ständchen für uns sang. Nach kleineren Schweißarbeiten am Bugfahrwerk ging es dann auf nach Manado.


Sangir Airport


Sangir Airport


Von Manado ging es mit dem Taxi weiter. Nach einer Stunde bergiger Fahrt ins Hochland, sind wir dann in Tomohon angekommen. Schnell war auch eine sehr hübsche Bleibe gefunden und morgen geht’s mit Vincent, dem Sohn unserer Gastgeber, auf den Vulkan.


Tomohon


11.11.2006 — Tag 14

Gleich nach dem Frühstück sind wir mit Vincent auf in Richtung Vulkan. Schon die Hinfahrt war ein Erlebnis, denn wir saßen zu zehnt mit Sack und Pack im Microbus. Der Aufstieg war für mich sehr anstrengend und schweißtreibend, am Gipfel angekommen, war es ein tolles Gefühl, auf einem Vulkankrater zu stehen.


Tomohon


Tomohon


Tomohon


Auf der Rückfahrt stoppten wir am Marktplatz. Gemüse, Fisch und Kaffee wurden dort feilgeboten, aber auch Hunde, Ratten und Fledermäuse. Ich habe mich noch nie weiter von Europa entfernt gefühlt. Die Gerüche waren sehr grenzwertig und es fehlte nicht viel...


Tomohon Markt


Tomohon Markt


Tomohon Markt


Danach kurze Pause, um dann mit Tim stundenlang durch die Landschaft zu cruisen. Im Hotel erwartete uns schon das „Bamboo Dinner“, welches die Jungs nutzten, um sich in eine Futternarkose zu versetzen und ich musste die letzten Kräfte mobilisieren, um diesen Eintrag zu schreiben.. Nacht auch...


Tomohon


Tomohon


Tomohon


12.11.2006 — Tag 14

Heute morgen sollte es eigentlich mit dem Taxi Richtung Batuputih gehen. Doch erst wurde der Fahrer ausgetauscht (wegen einer Verbrühung) und dann auch noch der Wagen (wegen Startproblemen). Der neue Fahrer hatte manchmal keinen Plan, aber fand dann doch nach recht abenteuerlicher Fahrt das gewünschte Ziel. Nun sind wir im Parai Benteng, ein Resort mit einer schönen Kulisse—optisch und akustisch.


Parai Benteng


13.11.2006 — Tag 15

Was für ein fauler Tag.. essen, lesen, schlafen, lesen… Dafür haben wir morgen große Dinge vor — wie zum Beispiel mal ins Wasser gehen.


Parai Benteng


14.11.2006 — Tag 16

Heute früh um 4 hieß es für die Jungs aufstehen und ab in den Dschungel des Tankoko National Park. Wie mir berichtet wurde, war es ein lohnenswerter Ausflug, mit riesigen Schmetterlingen, etlichen Vögeln und Affen. Tolle Bäume gabs wohl auch. Danach war wieder faulenzen und planschen angesagt und morgen geht’s dann weiter.

Tankoko National Park


Tankoko National Park


15.11.2006 — Tag 18

Um 9 Uhr verließen wir das Resort und fuhren Richtung Bitung, um Geld zu holen. Dies war schwieriger als gedacht, da die Automaten kaum Bares rausrücken. Also ab an den Schalter und 40 min später gings dann endlich weiter über Likupang nach Tarabitan ins Nikita Cottage. Schön am Hügel gelegen, mit wunderbar weißem Strand und die Hängematte hing noch nie so gut.


Nikita Cottage Tarabitan


16.11.2006 — Tag 19

Heute war außer spazieren und schnorcheln nicht viel los, denn eigentlich warteten wir nur auf die nächste Mahlzeit. So lecker, frisch und abwechslungsreich haben wir noch nie Fisch serviert bekommen.


Nikita Cottage Tarabitan


17.11.2006 — Tag 20

Heute ist Angeltag. Voller Vorfreude und mit großen Ambitionen ging es dann mit dem Boot zur Spezialangelstelle am Mangrovenwald. Leider ging da gar nix. Da der Fischer keine Lust mehr hatte mit uns durch die Gegend zu schippern, kehrten wir pünktlich zum Mittag an unseren Lieblingstisch zurück.


angeln


18.11.2006 — Tag 21

Yono (unser Gastgeber) ist heute früh voller Stolz losgefahren, um sein neues Boot abzuholen. Die Jungs schwangen sich aufs Moped, um die Gegend unsicher zu machen. Es gab eine aufregende Dschungeltour zum Pulisan Jungle Beach Resort und zum Mittag trafen wir uns alle wieder. Danach brachte ich Lenny ein paar Worte deutsch bei, während die Jungs durch die Nachbardörfer fuhren und die weibliche Bevölkerung in helle Aufregung versetzten.


Nikita Cottage



Tarabitan


19.11.2006 — Tag 22

Mit Kamera bewaffnet warteten wir auf Yono, der uns einen zweiten Angelversuch auf seinem neuen Boot versprochen hatte. Leider kam er nicht, dafür aber jede Menge Sonntagsausflügler, die meisten davon Kinder. Es hat Spaß gemacht sie zu beobachten—und das Gleiche taten sie mit uns. Abends kam dann endlich auch Yono an. Schuld an der Verspätung war ein Antriebswellendefekt, der ein 6stündiges Abtreiben Richtung Molukken zur Folge hatte.


Nikita Cottage


Nikita Cottage Tarabitan


20.11.2006 — Tag 23

Nun, Gummizeit heißt ja nicht umsonst so—der Pick Up kam statt 6.30 Uhr um 7.45 Uhr. Einen richtigen Sitzplatz gabs nur für mich—die Jungs teilten sich die Ladefläche mit 8 weiteren Leuten, 25 Kisten Mango und unserem Gepäck.


Mango Taxi


Die Piste war katastrophal und nach einigen Stops kamen wir endlich am Markt in Manado an. Während dort die Mangokisten entladen wurden fühlte ich mich wie ein grünes Männchen mit 3 Augen. Danach wurden wir am Hafen abgesetzt und dann gings im vollgepackten Taxiboot rüber nach Pulau Bunaken. Hier werden wir nun die letzten Tage bei den Bunaken Divers verbringen.


Manado


Taxi Boot


Taxi Boot


21.11.2006 — Tag 24

Schon in der Nacht gab´s viel Regen und den ganzen Morgen ging es so weiter. Es klarte auch über den Tag nicht auf und so entschieden wir uns für Hängematte und Buch. Ach ja, am Morgen schwamm direkt vor unserer „Honey Moon Suite“ ein Rochen vorbei, der uns mit einem Sprung begrüßte!


Bunaken


Bunaken


22.11.2006 — Tag 25

Heute bin ich dran mit schreiben. Der Grund: 2 Tauchgänge. Der erste war auf Grund abpfeifender Luft etwas zu kurz, doch dafür hatte es der zweite echt in sich—tolle Riffwand mit 5 großen Schildkröten. Stephan glücklich, Kathrin Sonnenbrand—also alles in Butter. P.s. soll noch die Haie, Baracudas, Geistermoräne, Delfine und den Napoleonfisch erwähnen..


Bunaken Tauchen


23.11.2006 — Tag 26

Auch heute hieß es wieder tauchen. Diesmal klappte alles mit der Luft und so blieben die Jungs knapp 50 min. unten und kamen mit strahlenden Augen wieder an Bord. Da sich das Wetter mal wieder nicht entscheiden konnte, wurde der Nachmittag mit ausführlichem Faulenzen auf unserer Terrasse verbracht.


Bunaken


FAulsein


24.11.2006 — Tag 27

Heute wurde nicht getaucht und wir sind alle zusammen an unserem Hausriff schnorcheln gegangen. Und auch hier verschiedenste Fische und Korallen. Da mein Equipment mich im Stich ließ, brach ich frühzeitig ab und wollte raus. Leider war gerade Ebbe und ich musste einen sehr schmerzhaften Weg gehen..Die Jungs kamen aber gleich zurück und halfen mir raus. Den Rest des Tages hielt ich die geschundenen Füße in den Wind und versuchte nicht an die Abreise zu denken.


Fuß


25.11.2006 — Tag 28

Nun ist er also da ..Warum lässt sich der Abreisetag eigentlich immer so schwer verhindern?! Frühstücken und während die Jungs fleißig waren, träumte ich noch ein wenig in der Hängematte vor mich hin. Dann die Rechnung in Rupien, Dollars und Euro bezahlt und mit dem Boot nach Manado.


Kuß


Das Taxi kam dann auch gleich und nun sitzen wir am Flughafen und Christian operiert mir gerade ein paar Korallensplitter raus. Einzig die Aussicht auf lecker Essen in Singapur lässt unsere Laune hier nicht völlig absinken. Nun sind also 4 wunderbare Reisewochen vorbei. Wie immer viel zu schnell…


Und wer noch nicht genug hat, für den gibts hier
> die Reiseroute
> und ein paar Infos über dieses schöne Fleckchen Erde.